Hessische Innovationskraft für den Weltmarkt: Rückblick auf den Wasserstofftag Rhein-Main

Hessen hat das Potenzial, die globale Energiewende maßgeblich mitzugestalten. Dass dies keine ferne Vision, sondern gelebte Praxis ist, zeigte der »Wasserstofftag Hessen 2026« am 24. Juni am Campus Rüsselsheim der Hochschule RheinMain (HSRM). In einer gemeinsamen Initiative organisiert vom Fraunhofer Leistungszentrum-Wasserstoff Hessen (GreenMat4H2) und der HSRM entstand ein Programm, das von der Nachwuchsförderung bis zum hochkarätigen Industrie-Netzwerk die gesamte Wertschöpfungskette abbildete.

Mit insgesamt 360 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war unser Wasserstofftag im Rahmen der bundesweiten »Woche des Wasserstoffs« (WDW) eine der größten Veranstaltungen der gesamten Aktionswoche in Deutschland. Die hohe Resonanz machte deutlich: Das Interesse an der Wasserstofftechnologie ist ungebrochen und der Wunsch nach Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft größer denn je.​ 

Ein besonderer Dank gilt unseren Partnern, der H2BZ-Initiative Hessen sowie der Hessen Trade & Invest GmbH (HTAI) mit dem Technologieland Hessen, mit deren freundlicher Unterstützung diese erfolgreiche Veranstaltung realisiert werden konnte. Oliver Eich, Projektleiter der Landesstelle Wasserstoff der HTAI zog ein positives Resümee: „Der Wasserstofftag an der Hochschule RheinMain in Verbindung mit dem Wasserstoff-Stammtisch des Fraunhofer-Leistungszentrums hat Akteure aus unterschiedlichen Fachrichtungen und Institutionen zusammengeführt. Er bot die ideale Plattform für das Teilen verschiedener Perspektiven und den Austausch von Ideen – Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg von morgen. Gerne haben wir das Format unterstützt, um »Innovationen made in Hessen« zu fördern.“

Von der Schule ins Labor: Den Energieträger der Zukunft erleben 

Am Vormittag wurde in einer Vorlesung unter dem Titel »Der Sprit der Zukunft« Schülerinnen und Schülern der Klassen 10 bis 13 vor Ort und online aufgezeigt, welche Rolle Wasserstoff in einem zukünftigen Energiesystem spielen kann und welche technischen, ökologischen und gesellschaftlichen Aspekte damit verbunden sind. Die Professorinnen Saskia Biehl und Birgit Scheppat komplettierten ihre gemeinsame Vorlesung mit anschaulichen Experimenten zum Umgang mit Wasserstoff. An die Vorlesung schloss sich eine Führung durch die Wasserstofflabore der Hochschule an.

Gesellschaft im Dialog: Das Energiesystem als Ganzes denken

In der Mittagspause verlagerte sich der Fokus auf die gesellschaftliche Ebene. Der Online-Bürgerdialog widmete sich unter der Leitfrage »Das Ende der Erneuerbaren, zurück zur Atomkraft?« der komplexen Transformation unserer Energieversorgung. Die Expertenrunde aus Wissenschaft und Politik unterstrich dabei eine zentrale Erkenntnis:

„Es muss alles zusammen gedacht werden.“ Nur durch das Ineinandergreifen technologischer, wirtschaftlicher und politischer Aspekte lässt sich die Vision der Klimaneutralität sicher und stabil umsetzen.

Fachliche Impulse: Der 17. Wasserstoff-Stammtisch

Abgerundet wurde der Tag durch den 17. Wasserstoff-Stammtisch Rhein-Main. Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Forschung, Kommunen und Verbänden nutzten die Gelegenheit, um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und neue Kooperationen aufzubauen und zu vertiefen. Gleichzeitig zeigte sich, dass Wasserstoff längst nicht mehr nur ein Zukunftsthema ist, sondern in vielen Unternehmen bereits fester Bestandteil der strategischen Ausrichtung.​

Die begleitende Ausstellung machte diese Entwicklung greifbar. Dabei ging es nicht nur um die Vorstellung neuer Produkte. Die Aussteller zeigten eindrucksvoll, dass sie trotz der aktuell herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin konsequent an Wasserstofftechnologien festhalten.

Unter dem Motto »Wasserstoff-Technologien aus Hessen für den internationalen Markt« präsentierten Expertinnen und Experten aus der Region wegweisende Lösungen, die bereits heute global gefragt sind: 

  • Kohlenstoff als Game Changer: Wie innovative Materiallösungen die Effizienz der Energiewende entscheidend vorantreiben können. 
  • Internationale Marktstrategien: Innovative Ansätze, um hessisches Know-how erfolgreich auf globalen Wasserstoffmärkten zu positionieren. 
  • PtX-Spitzentechnologie: Hochmoderne Lösungen für eine sichere und wettbewerbsfähige Produktion sowie Weiterverarbeitung von Wasserstoff. 
  • Hochdrucktechnologie aus der Region: Wie spezialisierte Komponenten aus Hessen weltweit Standards in der Wasserstoff-Infrastruktur setzen. 
  • Strategische Forschungsförderung: Wege und Best Practices für erfolgreiche EU-Anträge, um Innovationen finanziell auf ein solides Fundament zu stellen. 

Ein besonderes Highlight war die exklusive Vorstellung einer aktuellen Studie des Fraunhofer IWKS »Potentiale der hessischen Industrie für die Wasserstoffwirtschaft - technologische Herausforderungen und offene Fragestellungen​« beauftragt durch HTAI. Die Untersuchung befasst sich mit den zentralen Fragestellungen der hessischen Wasserstoffwirtschaft: Welche Bedürfnisse hat die Industrie? Wo liegen die größten Potenziale und Hemmnisse? Welche Unterstützung benötigen Unternehmen für den erfolgreichen Markthochlauf? Die Besucherinnen und Besucher des Wasserstofftages erhielten als Erste Einblicke in die Ergebnisse und konnten diese direkt mit Expertinnen und Experten diskutieren.​

Im Anschluss wurden unter anderem die Einsatzmöglichkeiten der Brennstoffzellentechnologie in Mobilität und Industrie, Konzepte zur Verteilung von Wasserstoff in bestehende und zukünftige Netzinfrastrukturen sowie europäische Fördermöglichkeiten und Erfahrungen aus der Antragstellung diskutiert. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf technischen Fragestellungen rund um Sicherheit, Materialforschung und Nachhaltigkeit. Dazu gehörten die Wasserstoffversprödung von Komponenten und innovative Barriereschichten zum Schutz von Werkstoffen, intelligente Monitoringsysteme zur Erhöhung der Sicherheit und Verlängerung der Lebensdauer von Wasserstofftanks sowie Konzepte für das Tankrecycling. Dabei wurde insbesondere erörtert, wie hochwertige Materialien – beispielsweise Carbonfasern aus Wasserstoffdrucktanks – nach dem Ende ihres Lebenszyklus sinnvoll weiterverwendet und in eine funktionierende Kreislaufwirtschaft integriert werden können.​

In lebendiger Atmosphäre nutzten auch zahlreiche Studierende die Gelegenheit, direkt mit den Ausstellenden der innovativen Industrieunternehmen in Kontakt zu treten. In persönlichen Gesprächen wurden hier bereits die Weichen für künftige Zusammenarbeiten gestellt – sei es durch Praktika oder die Betreuung von praxisnahen Bachelor- und Masterarbeiten.

Werden Sie Teil des Netzwerks!

Das Format des Wasserstoff-Stammtisches hat sich erneut als zentrale Drehscheibe für den Transfer zwischen Forschung und industrieller Anwendung bewiesen. Das Leistungszentrum-Wasserstoff Hessen lädt Sie ein, diesen Schwung mitzunehmen. Nutzen Sie unsere Plattform, um neue, technologische Impulse zu erhalten oder schlichtweg Ihr Netzwerk in der hessischen Wasserstoffwirtschaft zu erweitern.

Seien Sie beim nächsten Mal dabei! 

Alle kommenden Termine und Informationen zu unseren Formaten finden Sie in unserer Veranstaltungsübersicht.

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